Dienstag, 27. Januar 2015

Singapur (23.-27.01.2015)


Nach 3.5 Monaten Asien pur mit vielen sympathisch chaotischem, teilweise dreckigen, unorganisierten und doch so vielen lustigen Momenten, haben wir Singapur erreicht. Wir nähern uns hier wieder dem „normalen“ Leben an. Der Unterschied zu den vorherigen Ländern ist so extrem, dass wir uns am Anfang wieder richtig umgewöhnen mussten. Wir fühlten uns fast wie im Disneyland, es kam und alles irgendwie unwirklich vor. Was uns auch überrascht hat, sind die extrem hohen Preise. So bezahlt man hier für ein Bier in einem normalen Restaurant ungefähr CHF 10.-.

Singapur hat sehr viel zu bieten mit den verschiedenen Stadtteilen. Wir waren in „China Town“, in „Little India“ und im arabischen Viertel. Hier trifft man überall auf verschiedene Kulturen. Weitere Sehenswürdigkeiten wie z.B. die „Orchard Road“ mit den besten und grössten Einkaufszentren, waren ein totaler Gegensatz.



Die zwei letzten Nächte haben wir im bekannten Hotel „Marina Bay Sands“ verbracht. Das Hotel hat 2561 Zimmer und im gesamten Gebäude gibt es Boutiquen von allen bekannten und teuren Marken, Theaters, eine U-Bahn Station, verschiedenste Gourmet-Restaurants, ein riesengrosses Casino etc. Das Hotel hat eine Terrasse mit einem riesigen Pool und einer umwerfenden 360-Grad-Aussicht. Die Umgebung rund ums Hotel ist wie eine Märchenwelt: eine wunderschöne Bucht mit Booten, leuchtende überdimensionale Bäume, eine riesige Blume… in der Nacht ist alles beleuchtet und zweimal am Abend gibt es sogar noch eine Licht-/Lasershow.






Singapur ist sehr sauber und geordnet. Wir haben zum Beispiel noch nie eine so saubere U-Bahn gesehen. Man darf dort nicht essen und trinken. Rauchen in der Öffentlichkeit ist verboten. Es gibt sehr hohe Strafen, wenn man ein Papier auf den Boden wirft. 



Singapur war ein weiterer Höhepunkt und der wunderbare Abschluss unserer Hochzeitsreise.

Nun sind wir am Flughafen und warten auf unseren Flug, der um 01:30 Uhr startet. Wir blicken auf 3.5 unglaublich tolle Monate zurück. Wir haben tolle Länder und faszinierende Kulturen kennengelernt und wir sind so dankbar, was wir alles erleben durften. Unsere Hochzeitsreise wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Wir freuen uns, Euch schon bald wieder zu sehen. Bis bald! Petra & Patrick

Kambodscha – Siem Reap & Angkor (19.-23.01.2015)


Nach dieser tollen Woche am Strand, flogen wir nach Siem Reap. Siem Reap ist bekannt und touristisch geworden, weil dort die weltbekannten Tempel von Angkor sind. Und hier haben wir ein ganz anderes Kambodscha kennengelernt. Es war aufgeräumt, kein Müll lag auf den Strassen und man kann am Abend wieder problemlos herumlaufen.

An 2 Tagen haben wir die wichtigsten und schönsten Tempel von Angkor besucht. Mit einem TukTuk liessen wir uns von Tempel zu Tempel fahren. Der bekannteste ist „Angkor Wat“. Dort haben wir am Morgen auch den Sonnenaufgang (mit sehr viel anderen Touristen) geschaut. Eine sehr schöne Tempelstadt ist „Angkor Thom“ mit dem bekannten „Bayon“, wo überall in den Felsen Gesichter zu sehen sind. Und ein weiterer bekannter ist „Ta Prohm“, wo Bäume über die Steinmauern wachsen. Dort wurde der Film „Tomb Raider“ gedreht.






Einen Tag haben wir noch in der Stadt verbracht. Es gibt dort die bekannte „Pub Street“ mit vielen Restaurants, Bars, Souvenirläden etc. Ein frisch gezapftes Bier kostete dort übrigens gerade mal 50 Rappen!

Wir sind auch noch zum Spital „Kantha Bopha“ gelaufen, welches vom Schweizer Kinderarzt Beat Richner gegründet wurde. Mittlerweile hat er in Kambodscha 5 Spitäler aufgebaut und tausenden von Kindern das Leben gerettet. Er kämpft gegen die Korruption im Gesundheitswesen in Kambodscha. Beat Richner, auch als Beatocello bekannt, gibt dort jeden Samstagabend ein Konzert und sammelt Spendengelder. Wir waren leider nicht mehr dort am Samstag, weshalb wir direkt im Spital eine Spende hinterlassen haben.

Kambodscha war ein weiteres interessantes und völlig anderes Land in Südostasien. Wir waren geschockt von den grossen Unterschieden zwischen arm und reich.

Kambodscha – Sihanoukville (12.-19.01.2015)

Mit dem Bus fuhren wir in ca. 6 Stunden nach Sihanoukville. Sihanoukville ist bekannt für die schönen Strände. Wir haben eine Woche am Otres Beach verbracht. Der Strand und das Meer waren einfach traumhaft schön und es hatte nur wenig Touristen, so dass wir es richtig geniessen konnten. Wir haben gar nicht viel unternommen, sondern einfach den Strand, die Sonne und das tolle Meer genossen. Einmal haben wir einen Roller ausgeliehen und sind an den Hauptstrand von Sihanoukville gefahren und haben dort das Guesthouse „Swissgarden“ besucht. Die einen oder anderen kennen es sicher noch von SRF 1 aus der Sendung „Auf und davon“. Peter und Moni sind vor 4 Jahren nach Kambodscha ausgewandert und führen ein Guesthouse. Wir haben uns mit Peter unterhalten und er hat uns sogar Käsespätzli gekocht :-). Da Rollerfahren in Kambodscha eher abenteuerlich ist, sind wir direkt wieder zu unserem Strand zurückgefahren. Kambodscha ist sehr korrupt und niemand hilft einem, wenn etwas passiert (schon gar nicht die Polizei…). Wir haben die eine oder andere Geschichte gehört und gelesen. Weisse werden auch oft von der Polizei angehalten, denn man darf z.B. am Tag nicht mit Licht fahren. Es heisst dann, dass es eine Busse von 100 Dollar gibt. Diese lässt sich aber nach einigem hin und her auf 1-2 Dollar runterhandeln. Glücklicherweise ist uns nichts passiert und wir kamen in keine Polizeikontrolle. 



Dienstag, 13. Januar 2015

Kambodscha – Phnom Penh (09.-11.01.2015)


Kaum am Hafen in Phnom Penh angekommen, wurden wir bereits von einem Tuk-Tuk-Fahrer empfangen. Er wollte uns unbedingt zum Hotel fahren. Wir gingen aber zuerst etwas essen und sagten ihm, dass wir dann schon ein Tuk-Tuk fänden. Er wartete jedoch die ganze Zeit auf uns und fuhr uns dann schlussendlich für gerade mal 2 Dollar ins Hotel (zu diesem Zeitpunkt haben wir uns noch gefragt, wie sich so etwas „lohnen“ kann). In Kambodscha ist es übrigens üblicher mit Dollar als mit Riel zu bezahlen, da Dollar stabiler ist.

Unser Tuk-Tuk-Fahrer heisst übrigens „Oktober“ und wartete am nächsten Tag um 9:00 Uhr vor dem Hotel, um die nächste Fahrt zu verhandeln. Wir haben uns entschieden zu den „Killing Fields“ zu gehen. Dort haben die Roten Khmer während 3 Jahren ihre eigenen Landsleute umgebracht, nach dem sie in Gefängnissen und Arbeitslagern gefoltert wurden. Ihr Ziel war es, einen „Bauernstaat“ zu formieren, indem weder Intellektuelle noch Geistliche noch sonst welche „Abtrünnigen“ Platz hatten. Der Besuch war eindrücklich, schockierend und sehr traurig und lässt uns die Geschichte von Kambodscha nun etwas besser verstehen. Auf den rund 300 „Killing Fields“ wurden während dieser 3 Jahre über 1.7 Millionen Kambodschaner umgebracht – was über 10% der damaligen Bevölkerung entsprach!! Einfach unvorstellbar…!


Die Fahrt hin und zurück führte uns durch sehr viel Armut und Abfall. Überall stank es ziemlich übel, mancherorts sogar grässlich. Wir waren schockiert von der Armut und vor allem von den Gegensätzen. Ein Haus ist sehr modern und neu, das nächste wiederum besteht aus ein paar Bambus-Stangen und einem Strohdach. Oder jemand ohne Schuhe schiebt einen Karren mit geschätzten 200kg Ladung vor sich her, währenddessen ihn ein Rolls Royce oder Audi Q7 überholt. Wir haben viel über Kambodscha gelesen und die Art hier zu Leben macht uns nachdenklich.

Unser Tuk-Tuk-Fahrer hat uns am nächsten Tag wieder abgeholt (nun haben auch wir verstanden, dass sich das Warten am ersten Tag für ihn gelohnt hat! ;-))  Wir gingen zum Wat Phnom, ein Tempel, der auf einem Hügel liegt. Dort waren sehr viel Buddhas und die Khmer (Kambodschaner) haben gebetet und viel geopfert. Sogar zwei Spanferkel lagen für Buddha bereit :-).

Nachher gingen wir noch um Russischen Markt, wo es sehr viele Markenkleider und –schuhe zu super Preisen gab. Alle diese Kleider und Schuhe werden hier in Kambodscha zu Hungerlöhnen hergestellt (Mindesteinkommen für eine Arbeiterin pro Monat ist USD 60!)… und wir kaufen sie in der Schweiz für teures Geld. „Oktober“ wartete überall auf uns und fuhr uns dann wieder zum Hotel zurück.

Morgen geht unsere Reise weiter nach Sihanoukville, wo wir eine Woche am Strand sein werden.

Vietnam – Nha Trang bis ins Mekongdelta (01.-08.01.2015)


Nha Trang war sehr touristisch. Es hatte sehr viele Touristen aus Russland, es war auch alles russisch angeschrieben und teilweise wurden wir sogar auf russisch angesprochen. Leider war das Wetter nicht so gut und wir konnten nicht im Meer baden. Am 3.1.2015 haben wir den Nachtzug nach Ho Chi Minh City (HCMC), oder auch Saigon genannt, genommen. Unsere Betten waren in einer 6er Kabine auf dem 3. Level. Wir hatten darin kaum Platz und zum sitzen reichte es auch nicht. In unserem Abteil waren noch 4 Erwachsene Vietnamesen mit 3 (!!) Kindern. Zu unserem Erstaunen war es aber die ganze Nacht über sehr ruhig und wir konnten relativ gut schlafen. Um 7:00 Uhr kamen wir dann mitten in HCMC an.

HCMC ist eine riesengrosse Stadt mit 7 Millionen Einwohnern. Entsprechend ist es sehr hektisch mit tausenden von Motorbikes. Wir gönnten uns zuerst eine Massage und übten uns im „über die Strasse gehen“ ohne überfahren zu werden. Das war teilweise sehr abenteuerlich da die Verkehrsteilnehmer weder Vortritt, Fahrbahn, Rotlicht oder ähnliches kennen respektive befolgen. Am Nachmittag trafen wir wieder Petra’s Eltern, welche vom Mekongdelta zurückkamen. 



Am nächsten Tag besuchten wir die Cu-Chi Tunnels, ein unterirdisches Labyrinth mit einer Gesamtlänge von über 200 Kilometer. Dort haben die Vietcongs während dem Vietnamkrieg „gelebt“ und aus dem Untergrund gekämpft. Wir sahen die vielen Fallen, welche sie gegen die Amerikanern eingesetzt haben. Auch konnte man sehen, wie sie gekocht, Waffen hergestellt, Spitäler betrieben und gelebt haben. Und wir konnten in einem Tunnel ca. 3 Meter unter der Erde rund 50 Meter gehen (oder eher kriechen – der Tunnel ist gerade mal 120 cm hoch und wurde sogar extra noch an den Körperbau westlicher Touristen angepasst!). Es war sehr eng, heiss und feucht - unvorstellbar, wie die Vietcong dort leben konnten. Der Besuch war eindrücklich und half uns die verwirrliche Geschichte von Vietnam etwas besser zu verstehen. 



Am Nachmittag haben wir noch die Innenstadt etwas erkundet und dann nochmals gemeinsam zu Abend gegessen. Petra’s Eltern flogen am nächsten Tag nach Singapur, bevor es für sie nach Hause ging.

Notre Dame

Postgebäude 
 Wir sind am nächsten Tag ins Stadtzentrum „China Town (Cholon)“ gegangen. Dort hat es einen grossen Markt und noch viel mehr Motorbikes (wir dachten zwar dass dies gar nicht mehr möglich wäre!?). Wir waren fast die einzigen Touristen und die Einheimischen haben uns gewunken und uns oftmals mit einem netten „Hello!“ gegrüsst – es kamen uns wieder ein wenig die Erlebnisse in Myanmar in den Sinn – so schön! Wir liefen dann ca. 6 km zurück ins Stadtzentrum. Das war sehr spannend und wir konnten sehr viel sehen. 

Markthalle von Cholon



Wir machten beim Stadtpark einen kurzen Stopp, denn im Park fand ein Aerobic- und Kungfu-Training statt. Kaum abgesessen waren schon einige Jugendliche um uns und wollten mit uns Englisch und sogar Deutsch sprechen. Sie machen das jeden Abend, damit sie die Sprachen lernen können.

Am Abend sind wir mit Annina und Rico (ehemaliger Arbeitskollege von Petra) Essen gegangen. Auch sie sind in Vietnam unterwegs und waren immer ca. 3 Tage „hinter uns“. Natürlich gab es viel über Vietnam und übers Reisen zu diskutieren.

Für uns ging es am 7.1.2015 weiter ins Mekongdelta. Zuerst gingen wir in Ben Tre auf ein Boot und schauten wie einige traditionelle Arbeiten gemacht werden (Backsteine und Kokosnussbonbons), weiter gings mit dem Velo zum Mittagessen, wo es typische Speisen gab (Elefantenohr-Fisch, Frühlingsrollen, Suppe, Reis etc.).


Unsere Reise ging weiter nach Can Tho, die grösste Stadt und das Zentrum im Mekongdelta. Wir übernachteten in einem Homestay etwas ausserhalb der Stadt bei einer Familie. Es war sehr toll dort und wir konnten sogar Frühlingsrollen und vietnamesische Omeletten selber kochen. Das Homestay ist sehr schön inmitten eines wunderschönen Gartens gelegen. Am nächsten Morgen wurden wir mit dem Boot abgeholt und fuhren nach Cai Rang, wo der grösste schwimmende Markt vom Mekongdelta ist. Jeden Morgen kommen Schiffe aus der ganzen Region hierher und verkaufen Gemüse und Früchte. An einem langen Bambusstab ist jeweils ein Exemplar der Ware angehängt, damit man sieht, was verkauft wird. Nach diesem Erlebnis besuchten wir noch einen Fischmarkt, wo es noch lebende Fische, Garnelen, Krebse etc. die vor einem in einem Becken schwadern, zu kaufen gibt…. Auch Frösche, die bei lebendigem Leibe gehäutet wurden und dann an die Kunden „frisch“ verkauft wurden, gab’s zu sehen… Nichts für schwache Nerven.


Nach dem Mittagessen (keine Frösche! ;-)) fuhren wir nach Chau Doc. Dieser kleine Ort ist ein Grenzort, auf dem Weg nach Kambodscha. Wir schauten nochmals dem vietnamesischen Leben zu und blicken auf 3 tolle Wochen in Vietnam zurück. In Vietnam gibt es übrigens 90 Millionen Einwohner und – wie  uns ein Guide sagte – 60 Millionen Motorbikes! No comment :-).


Am 9. Januar 2015 wurden wir von einer Fahrrad-Rikscha abgeholt und zum Hafen gebracht. Dort stiegen wir in ein Schnellboot nach Kambodscha ein. An der Grenze mussten wir zuerst in Vietnam ausreisen und nach ca. 200 Metern in Kambodscha einreisen. Nach ca. 4 Stunden erreichten wir Phnom Penh.

Freitag, 2. Januar 2015

Vietnam – Hanoi bis Hoi An (21.12.2014-01.01.2015)


Von Koh Chang sind wir via Bangkok nach Hanoi geflogen. Das Wetter hier in Vietnam ist nun wieder etwas kälter, ca. 20 Grad und etwas bewölkt. Die erste Nacht haben wir in einem Hostel für CHF 12.- übernachtet (Doppelzimmer mit eigenem Bad inkl. Frühstück). Es befindet sich mitten in der Altstadt und in Hanoi hat es uns von der ersten Minute an gefallen. Wir sind dann auch gleich (wie viele andere Vietnamesen und ein paar Touristen) an eine Strassenecke auf kleine Plastikstühle gesessen, haben ein frisches Bier (bia hoi) für gerade mal CHF 0.75 getrunken und das Leben beobachtet. 



Am 22.12.2014 sind dann Petra’s Eltern angekommen. Es war sehr schön, sie nach 2.5 Monaten wieder zu sehen und es gab natürlich viel zu erzählen. Aber zuerst gings gleich ins Wasserpuppentheater zu einer Vorführung. Die Geschichten spielen alle im Wasser und somit stehen auch die Puppenspieler im Wasser und halten die Puppen an langen Bambusrohren. Ein Orchester und zwei Sängerinnen begleiten die Vorführung. Es war schön, in diese Tradition eintauchen zu können. Das erste Nachtessen genossen wir in einem sehr schönen Restaurant mit typisch vietnamesischem Essen. 



Am nächsten Tag besichtigten wir Hanoi. Wir gingen zuerst zum Mausoleum, wo Ho Chi Minh (er war ein vietnamesischer Revolutionär und Politiker, Premierminister und Präsident der Demokratischen Republik Vietnam) aufgebahrt ist. Es war sehr eindrücklich, einerseits Ho Chi Minh zu sehen, andererseits auch den immer noch präsenten Kommunismus zu sehen und spüren. Wir kamen uns wieder ein bisschen vor wie in China (Tibet). 


Wir liefen dann zum französischen Viertel. Vietnam war bis 1945 eine Kolonie von Frankreich und natürlich sind die Einflüsse noch heute zu sehen. So gibt es Kolonialhäuser, eine schöne Oper, edle Hotels und zum Frühstück Parisette-Brot. Nach diesen zwei Abstechern gingen wir wieder zurück in die quirlige Altstadt und bekamen bei einem „bia hoi“ viele Eindrücke des täglichen Lebens der Vietnamesen. 



Weihnachten verbrachten wir an einem ganz speziellen Ort und zwar auf einer Dschunke (Schiff) in der Halongbucht. Wir fuhren ca. 3 Stunden nach Osten ans Meer und checkten dann auf die „Huong Hai Junks“ ein. Wir waren nur 9 Personen auf dem Schiff (wo rund 20 Übernachten könnten). Die Schifffahrt startete mit einem leckeren Mittagessen mit Fisch, Meeresfrüchten, Salaten, Reis etc. 

unser Zimmer auf dem Schiff


Am Nachmittag besichtigten wir eine riesengrosse Tropfsteinhöhle, welche über hunderte von Jahren vom Meer geschaffen wurde. Weiter gings zu einer Perlenzucht, wo wir zuschauen konnten, wie die Perlen gezüchtet werden und wie viel Arbeit und Sorgfalt dahinter steckt. Zum Glück war Weihnachten, denn für Marlise und Petra gab es eine schöne Halskette von ihren Ehemännern ;-) 



Unsere Schifffahrt führte uns vorbei an den typischen Kalkfelsen, welche aus dem Meer ragen. Es war etwas bewölkt und neblig, aber das machte die Stimmung sehr mystisch.


unsere Dschunke

schwimmender Kiosk
 
Am Abend startete dann die Weihnachtsparty (im wahrsten Sinne des Wortes!) für uns 9 Gäste. Die Crew war sehr aufgeregt. Wir durften tanzen, Partyspiele machen, bekamen Geschenke und natürlich ein leckeres, 13-gängiges Galadinner. 


Der nächste Tag startete mit Tai Chi auf dem Deck des Schiffes. Nach dieser Morgengymnastik und dem Frühstück waren wir fit um einen Kalksteinfels zu besteigen. Belohnt wurden wir mit einer tollen Aussicht auf die Bucht. Nach diesem einmaligen Erlebnis in der Halongbucht hatten wir einen Transfer nach Ninh Binh. Dort ist die trockene Halongbucht, wo es auch sehr viele Kalksteinfelsen hat.

Am 26.12.2014 sind wir zuerst mit dem Velo durch ein Dorf und an Reisfeldern vorbei gefahren bis zu einem Fluss. Von dort aus machten wir eine ca. einstündige Bootsfahrt auf dem ruhigen Fluss und vorbei an Reisfeldern, Kalksteinfelsen, einheimischen Leuten und zwei Höhlen. Es ging dann wieder retour mit dem Velo und 12km weiter zu 2 Pagoden, wo vor hunderten von Jahren die Hauptstadt von Vietnam war. Zum Zmittag gab es eine typisch vietnameische Nudelsuppe und dann fuhren wir zurück nach Hanoi. Von dort aus flogen wir in ca. einer Stunde weiter südlich nach Hue. 

Coiffeur





Hue wird als Kaiserstadt bezeichnet, da früher viele Kaiser hier wohnten. Wir hatten mit Mister Son eine Stadtführung. Zuerst fuhren wir auf dem Parfümfluss in einem Drachenboot. Ein solches Schiff wird von einer Familie betrieben. Die Familie lebt auf dem Schiff und am Tag führen sie Touristen herum. 




Wir besichtigten einige Sehenswürdigkeiten wie die „Himmlische Frauenpagode“, die Zitadelle mit der verbotenen Stadt und der Kaiserstadt und zwei Kaisergräber. Ebenfalls konnten wir zuschauen, wie die Räucherstäbchen und die typischen Reishüte hergestellt werden. Es ist unglaublich – und für uns sehr eindrücklich – wie viel Handarbeit in einem simplen Räucherstäbchen steckt…! Da es im Norden von Vietnam Winter ist, hat es den ganzen Tag geregnet. 




Von Hue aus fuhren wir am nächsten Tag an der Küste entlang und über den Wolkenpass nach Hoi An. Der Wolkenpass ist die Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam und war lange Zeit die Grenze zwischen dem Süden und dem Norden. Auf der Passhöhe erinnern Bunker der Amerikaner an den Vietnamkrieg. Die Vietnamesen sind sehr stolz auf ihre Armee, viele Zivile tragen sogar einen Militärhelm oder –hut. Auch sagen uns einige, dass sie heute keinen Groll mehr auf die Amerikaner haben. Uns wird immer wieder bewusst, dass der Krieg noch nicht lange vorbei ist und wir können uns gar nicht vorstellen, wie schlimm diese Zeit war. Trotzdem sind die Vietnamesen sehr offene und hilfsbereite Menschen – gerade auch gegenüber westlichen Touristen. 




Von Hoi An waren wir sehr begeistert. Die Stadt ist eine ehemalige Hafenstadt, wo sich auch Chinesen und Japaner niedergelassen haben. Da die Stadt unbedeutend (der Hafen „versandete“) wurde, wurde sie im Krieg nicht zerstört. Deshalb ist in Hoi An das ursprüngliche Vietnam zu finden. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens zeigt. Hoi An wird auch die Stadt der Lampione genannt. Überall gibt es schöne handgemachte Lampione zu kaufen und am Abend werden sie zur Dekoration angezündet. Die Stimmung ist wunderbar. In Hoi An haben wir einige alte Häuser und Tempel angeschaut, „käfelet“, gut gegessen und natürlich bei einem der vielen Schneider massgefertigte Hemden, Hosen und Blazer schneidern lassen. Hoi An ist bekannt dafür und für 18.- gibt es ein massgeschneidertes Hemd in sehr guter Qualität. Der Schnitt und Stoff kann ausgewählt werden, dann wird man gemessen. Am nächsten Tag ist es zur Anprobe bereit. Wenn noch etwas abgeändert werden muss, dann wird dies gleich vor Ort gemacht. Einfach unglaublich!





Ein Highlight war auch der Kochkurs, den wir in Hoi An machten. Er startete mit einem Besuch eines Kräuter- und Gemüsedorfes, wo viel angepflanzt wird. Nach einem feinen Getränk mit Passionsfrucht, Zitrone etc. gingen wir an den lokalen Markt. Dort kauften wir weitere Zutaten für die Menüs ein und fuhren anschliessend zur Kochschule. Es war sensationell organisiert und wir durften eine Nudelsuppe, Crevetten in Bananenblättern, Fisch und einen Bananenblumen-Poulet-Salat kochen. Mit der Unterstützung von 4 Helferinnen (für 8 Teilnehmer) klappte dies sehr gut und das Essen war sehr lecker. Wir genossen den Tag und hatten viel Spass. 


Petra’s Eltern reisten am 31.12.2014 weiter an den Strand von Mui Ne und dann ins Mekongdelta. Wir blieben noch einen Tag in Hoi An und feierten dort Silvester. Am 1. Januar ging es für uns mit dem Zug 10 Stunden weiter in den Süden nach Nha Trang. Die Zugfahrt war überraschenderweise sehr angenehm mit Polstersessel und ganz vielen Essenswägen, die ständig vorbeifahren und einem beispielsweise eine leckere Chicken-Suppe zubereiten. Und das Tollste: Wir waren wieder einmal die einzigen Touristen im Zugwagen!

Auch Vietnam gefällt uns sehr gut und es ist ein total anderes Land, als die bisher besuchten. Wir spüren hier die Offenheit und die verschiedensten Einflüsse der Franzosen, Amerikaner, Buddhisten, Katholiken, Chinesen etc. Wir freuen uns auf die Weiterreise und in Ho Chi Minh City (Saigon) treffen wir nochmals Petra’s Eltern.