Freitag, 2. Januar 2015

Vietnam – Hanoi bis Hoi An (21.12.2014-01.01.2015)


Von Koh Chang sind wir via Bangkok nach Hanoi geflogen. Das Wetter hier in Vietnam ist nun wieder etwas kälter, ca. 20 Grad und etwas bewölkt. Die erste Nacht haben wir in einem Hostel für CHF 12.- übernachtet (Doppelzimmer mit eigenem Bad inkl. Frühstück). Es befindet sich mitten in der Altstadt und in Hanoi hat es uns von der ersten Minute an gefallen. Wir sind dann auch gleich (wie viele andere Vietnamesen und ein paar Touristen) an eine Strassenecke auf kleine Plastikstühle gesessen, haben ein frisches Bier (bia hoi) für gerade mal CHF 0.75 getrunken und das Leben beobachtet. 



Am 22.12.2014 sind dann Petra’s Eltern angekommen. Es war sehr schön, sie nach 2.5 Monaten wieder zu sehen und es gab natürlich viel zu erzählen. Aber zuerst gings gleich ins Wasserpuppentheater zu einer Vorführung. Die Geschichten spielen alle im Wasser und somit stehen auch die Puppenspieler im Wasser und halten die Puppen an langen Bambusrohren. Ein Orchester und zwei Sängerinnen begleiten die Vorführung. Es war schön, in diese Tradition eintauchen zu können. Das erste Nachtessen genossen wir in einem sehr schönen Restaurant mit typisch vietnamesischem Essen. 



Am nächsten Tag besichtigten wir Hanoi. Wir gingen zuerst zum Mausoleum, wo Ho Chi Minh (er war ein vietnamesischer Revolutionär und Politiker, Premierminister und Präsident der Demokratischen Republik Vietnam) aufgebahrt ist. Es war sehr eindrücklich, einerseits Ho Chi Minh zu sehen, andererseits auch den immer noch präsenten Kommunismus zu sehen und spüren. Wir kamen uns wieder ein bisschen vor wie in China (Tibet). 


Wir liefen dann zum französischen Viertel. Vietnam war bis 1945 eine Kolonie von Frankreich und natürlich sind die Einflüsse noch heute zu sehen. So gibt es Kolonialhäuser, eine schöne Oper, edle Hotels und zum Frühstück Parisette-Brot. Nach diesen zwei Abstechern gingen wir wieder zurück in die quirlige Altstadt und bekamen bei einem „bia hoi“ viele Eindrücke des täglichen Lebens der Vietnamesen. 



Weihnachten verbrachten wir an einem ganz speziellen Ort und zwar auf einer Dschunke (Schiff) in der Halongbucht. Wir fuhren ca. 3 Stunden nach Osten ans Meer und checkten dann auf die „Huong Hai Junks“ ein. Wir waren nur 9 Personen auf dem Schiff (wo rund 20 Übernachten könnten). Die Schifffahrt startete mit einem leckeren Mittagessen mit Fisch, Meeresfrüchten, Salaten, Reis etc. 

unser Zimmer auf dem Schiff


Am Nachmittag besichtigten wir eine riesengrosse Tropfsteinhöhle, welche über hunderte von Jahren vom Meer geschaffen wurde. Weiter gings zu einer Perlenzucht, wo wir zuschauen konnten, wie die Perlen gezüchtet werden und wie viel Arbeit und Sorgfalt dahinter steckt. Zum Glück war Weihnachten, denn für Marlise und Petra gab es eine schöne Halskette von ihren Ehemännern ;-) 



Unsere Schifffahrt führte uns vorbei an den typischen Kalkfelsen, welche aus dem Meer ragen. Es war etwas bewölkt und neblig, aber das machte die Stimmung sehr mystisch.


unsere Dschunke

schwimmender Kiosk
 
Am Abend startete dann die Weihnachtsparty (im wahrsten Sinne des Wortes!) für uns 9 Gäste. Die Crew war sehr aufgeregt. Wir durften tanzen, Partyspiele machen, bekamen Geschenke und natürlich ein leckeres, 13-gängiges Galadinner. 


Der nächste Tag startete mit Tai Chi auf dem Deck des Schiffes. Nach dieser Morgengymnastik und dem Frühstück waren wir fit um einen Kalksteinfels zu besteigen. Belohnt wurden wir mit einer tollen Aussicht auf die Bucht. Nach diesem einmaligen Erlebnis in der Halongbucht hatten wir einen Transfer nach Ninh Binh. Dort ist die trockene Halongbucht, wo es auch sehr viele Kalksteinfelsen hat.

Am 26.12.2014 sind wir zuerst mit dem Velo durch ein Dorf und an Reisfeldern vorbei gefahren bis zu einem Fluss. Von dort aus machten wir eine ca. einstündige Bootsfahrt auf dem ruhigen Fluss und vorbei an Reisfeldern, Kalksteinfelsen, einheimischen Leuten und zwei Höhlen. Es ging dann wieder retour mit dem Velo und 12km weiter zu 2 Pagoden, wo vor hunderten von Jahren die Hauptstadt von Vietnam war. Zum Zmittag gab es eine typisch vietnameische Nudelsuppe und dann fuhren wir zurück nach Hanoi. Von dort aus flogen wir in ca. einer Stunde weiter südlich nach Hue. 

Coiffeur





Hue wird als Kaiserstadt bezeichnet, da früher viele Kaiser hier wohnten. Wir hatten mit Mister Son eine Stadtführung. Zuerst fuhren wir auf dem Parfümfluss in einem Drachenboot. Ein solches Schiff wird von einer Familie betrieben. Die Familie lebt auf dem Schiff und am Tag führen sie Touristen herum. 




Wir besichtigten einige Sehenswürdigkeiten wie die „Himmlische Frauenpagode“, die Zitadelle mit der verbotenen Stadt und der Kaiserstadt und zwei Kaisergräber. Ebenfalls konnten wir zuschauen, wie die Räucherstäbchen und die typischen Reishüte hergestellt werden. Es ist unglaublich – und für uns sehr eindrücklich – wie viel Handarbeit in einem simplen Räucherstäbchen steckt…! Da es im Norden von Vietnam Winter ist, hat es den ganzen Tag geregnet. 




Von Hue aus fuhren wir am nächsten Tag an der Küste entlang und über den Wolkenpass nach Hoi An. Der Wolkenpass ist die Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam und war lange Zeit die Grenze zwischen dem Süden und dem Norden. Auf der Passhöhe erinnern Bunker der Amerikaner an den Vietnamkrieg. Die Vietnamesen sind sehr stolz auf ihre Armee, viele Zivile tragen sogar einen Militärhelm oder –hut. Auch sagen uns einige, dass sie heute keinen Groll mehr auf die Amerikaner haben. Uns wird immer wieder bewusst, dass der Krieg noch nicht lange vorbei ist und wir können uns gar nicht vorstellen, wie schlimm diese Zeit war. Trotzdem sind die Vietnamesen sehr offene und hilfsbereite Menschen – gerade auch gegenüber westlichen Touristen. 




Von Hoi An waren wir sehr begeistert. Die Stadt ist eine ehemalige Hafenstadt, wo sich auch Chinesen und Japaner niedergelassen haben. Da die Stadt unbedeutend (der Hafen „versandete“) wurde, wurde sie im Krieg nicht zerstört. Deshalb ist in Hoi An das ursprüngliche Vietnam zu finden. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens zeigt. Hoi An wird auch die Stadt der Lampione genannt. Überall gibt es schöne handgemachte Lampione zu kaufen und am Abend werden sie zur Dekoration angezündet. Die Stimmung ist wunderbar. In Hoi An haben wir einige alte Häuser und Tempel angeschaut, „käfelet“, gut gegessen und natürlich bei einem der vielen Schneider massgefertigte Hemden, Hosen und Blazer schneidern lassen. Hoi An ist bekannt dafür und für 18.- gibt es ein massgeschneidertes Hemd in sehr guter Qualität. Der Schnitt und Stoff kann ausgewählt werden, dann wird man gemessen. Am nächsten Tag ist es zur Anprobe bereit. Wenn noch etwas abgeändert werden muss, dann wird dies gleich vor Ort gemacht. Einfach unglaublich!





Ein Highlight war auch der Kochkurs, den wir in Hoi An machten. Er startete mit einem Besuch eines Kräuter- und Gemüsedorfes, wo viel angepflanzt wird. Nach einem feinen Getränk mit Passionsfrucht, Zitrone etc. gingen wir an den lokalen Markt. Dort kauften wir weitere Zutaten für die Menüs ein und fuhren anschliessend zur Kochschule. Es war sensationell organisiert und wir durften eine Nudelsuppe, Crevetten in Bananenblättern, Fisch und einen Bananenblumen-Poulet-Salat kochen. Mit der Unterstützung von 4 Helferinnen (für 8 Teilnehmer) klappte dies sehr gut und das Essen war sehr lecker. Wir genossen den Tag und hatten viel Spass. 


Petra’s Eltern reisten am 31.12.2014 weiter an den Strand von Mui Ne und dann ins Mekongdelta. Wir blieben noch einen Tag in Hoi An und feierten dort Silvester. Am 1. Januar ging es für uns mit dem Zug 10 Stunden weiter in den Süden nach Nha Trang. Die Zugfahrt war überraschenderweise sehr angenehm mit Polstersessel und ganz vielen Essenswägen, die ständig vorbeifahren und einem beispielsweise eine leckere Chicken-Suppe zubereiten. Und das Tollste: Wir waren wieder einmal die einzigen Touristen im Zugwagen!

Auch Vietnam gefällt uns sehr gut und es ist ein total anderes Land, als die bisher besuchten. Wir spüren hier die Offenheit und die verschiedensten Einflüsse der Franzosen, Amerikaner, Buddhisten, Katholiken, Chinesen etc. Wir freuen uns auf die Weiterreise und in Ho Chi Minh City (Saigon) treffen wir nochmals Petra’s Eltern.

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