Donnerstag, 11. Dezember 2014

Myanmar – Mandalay (30.11.-2.12.2014)


Von Yangon flogen wir in 50 Minuten nach Mandalay. Das Gepäck wurde von Hand gewogen und angeschrieben. Ebenfalls das Flugticket wurde von Hand ausgefüllt. Aber es klappte alles bestens und wir bekamen sogar einen feinen Kaffee im Flugzeug.

Mandalay klingt nach einer schönen Stadt. Jedoch ist die Stadt selber staubig und mit den vielen Motorbikes hat es sehr viel Verkehr. Wir machten uns zu Fuss auf den Weg. Nach ca. 3 Stunden herumlaufen haben wir dann endlich ein relativ hübsches Restaurant gefunden und wieder einmal eine Pizza gegessen.

Uns ist aufgefallen, dass es am Strassenrand ca. alle 50 Meter Tontöpfe und einen Becher hat. Unser Guide hat uns erklärt, dass die Burmesen dort Trinkwasser spenden (das werde im Buddhismus so gemacht). Andere Leute oder Mönche können dann an diesen Stellen Wasser trinken und sollen dadurch viel Glück erhalten.

Rund um Mandalay ist es sehr schön. Am nächsten Tag besuchten wir das Dorf Inwa, das auf einer Insel gelegen ist. Mit einer Fähre überquerten wir den Fluss und mit einer Pferdekutsche machten wir eine Tour in der ehemaligen Hauptstadt. 


Wir gingen zum Kloster „Bagaya Kyaung“, welches fast ausschliesslich aus Teakholz ist. Heute ist dort eine Schule für Mönche. Weiter sahen wir den etwas schiefen Nanjyin-Wachturm und die Festung „Maha Aungmye Bonzan“. In Inwa leben die Menschen wie vor 200 Jahren bei uns. Das Leben ist sehr einfach. 



Am Mittag picknickten wir in einem Kloster am Fusse des Sagaing-Berg. In Sagaing hat es unzählige Klöster. Ältere Menschen, welche Ruhe haben möchten, kommen hier hin und leben als Mönch oder Nonne in einem Kloster. Es kam uns vor, wie ein Altersheimdorf. Im Kloster, wo wir am Mittag waren, wohnt z.B. ein 75 jähriger Mönch. Er ist seit 37 Jahren hier und hat uns sein Haus (bestehend aus einem Zimmer) gezeigt. Er war sehr stolz auf sein einziges Foto, wo er als kleiner Junge mit seinen Eltern abgebildet ist. Sein Bett besteht aus einer Holz-Pritsche und er hat lediglich ein Kopfkissen für ein bisschen Komfort!


Die Mönche hier in Burma gehen jeden Morgen auf die Strasse und sammeln Essen. Sie leben also von Spenden der lokalen Bevölkerung. Sie gehen dann zurück ins Kloster und essen um 11:00 Uhr. Nach 12:00 Uhr bis zum nächsten Tag wird nichts mehr gegessen. Am Nachmittag meditieren und lernen sie. Wer hier Mönch oder Nonne ist, ist sehr angesehen. Wir sehen oft auch kleine Jungen, die ca. 10 Jahre alt sind und bereits Mönche sind.

Nach dem leckeren Mittagessen (natürlich Reis mit Gemüse und Tofu) genossen wir die Aussicht über Mandalay. Überall entdeckten wir die goldigen Spitzen von Pagoden.

Am späteren Nachmittag waren wir dann in Amarapura, wo die berühmte U-Bein Brücke ist. Mit 1.2 Kilometer ist sie die längste Brücke aus Teakholz. Wir liefen auch auf der Brücke, die 1060 Pfähle hat. Für den Sonnenuntergang haben wir uns in einem Holzboot herumfahren lassen und die super tolle Stimmung genossen. 





Myanmar ist definitiv eine Reise Wert und nicht um sonst heisst es „Land des Lächelns“. Man merkt, dass es den Tourismus noch nicht so lange gibt (Bankautomaten funktionieren nicht überall, aber immerhin kann man Geld holen und muss nicht mehr Dollar tauschen) und die Einheimischen sind immer wieder erstaunt über uns Weissen. Heute ist uns eine Frau hinterher gerannt und hat Petra umarmt und gesagt „you are so beautiful“. Sie wollte uns fast nicht mehr weitergehen lassen. So gibt es immer wieder sehr herzliche Begegnungen. Auch die Hilfsbereitschaft der Menschen ist unglaublich. Steht man 1 Minute am Strassenrand und schaut sich die Karte an, wird man bereits gefragt „can I help you?“. Oder zum Beispiel hatten wir sogar einen persönlichen Toiletten-Assistenten, der uns zuerst den Weg zeigte, dann die Toilettentür öffnete, nachher den Wasserhahn aufdrehte, Seife herausdrückte und am Schluss noch ein Tuch hingehalten hat um unsere Hände zu trocknen. Als ob dies nicht schon genug (oder zu viel) wäre hat er sich jedes Mal noch mit gefalteten Händen vor uns verbeugt!

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